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D-Loop 2.3: Oberer Knoten

D-Loop Knoten

Heute zeige ich mal, wie einfach es ist, ein ordentliches D-Loop am der Bogensehne anzubringen.

Oft sehe ich D-Loops mit viel zu großen Knoten an den Enden. Manchmal sind die Knoten auch verkehrt gesetzt; dadurch sitzt das Loop nicht fest auf der Sehne, sondern dreht sich frei hin und her.

Eine wichtige Aufgabe des Loops ist jedoch die Feinjustierung der Peep-Rotation.

In diesem “HowTo” zeige ich daher wie das D-Loop schlank und haltbar angefertigt wird.

Vorbereitung und Anmerkungen

Vor dem ersten Arbeitsschritt wird zunächst mal das Werkzeug zusammengesucht und ordentlich ausgebreitet.

Für das Anfertigen eines D-Loops an der Sehne verwende ich:

  • ein Cutter-Messer
  • ein Feuerzeug
  • D-Loop-Rope

Ich persönlich verwende für meine Loops das #24 Loop Rope von BCY. Das Material ist sehr steif, fasst gut in der Mittenwicklung und die Enden lassen sich gut anbrennen.

Loop-Rope wird beim Bogensporthändler oft auch in kleinen Stücken angeboten, man braucht keine 100 Meter-Rolle zu kaufen. Aus einem Meter lassen sich fünf oder mehr Loops anfertigen. Es schadet auch nicht, ein vorbereitetes Ersatzstück im Köcher oder im Rucksack zu haben.

ACHTUNG: Ein ordentliches D-Loop-Rope ist nicht mit anderen Garnen oder Stricken vergleichbar. Es sollte auf gar keinen Fall irgendein Stück Schnur verwendet werden. Das D-Loop und seine Knoten sind die einzige Verbindung zwischen deinem Bogen und deinem Release. Beim Auszug ziehst du das Release auf dein Gesicht zu, meistens in Richtung deines Kiefers und deiner Zähne. Stell dir einmal kurz vor, was passiert wenn das Seil in diesem Moment reißt.

Das Loop-Rope von BCY besteht aus einer weißen Seele und einem farbigen Mantel. Im Laufe der Zeit kann das Loop etwas abgerieben oder durchgescheuert werden. Es ist daher ratsam, das Loop regelmäßig auf Verschleiß zu untersuchen. Solltest dann schon die weiße Seele sichtbar sein, ist es allerhöchste Zeit, dass Loop zu erneuern.

Verwechsele bitte auch nicht das D-Loop-Rope mit einem Release-Rope. Das Release-Rope ist für ein D-Loop nicht geeignet, da es eine sehr glatte Oberfläche hat und sich nicht gut verknoten lässt.

D-Loop-Rope vorbereiten

Zunächst benötigst du ein passendes Stück Loop-Rope. Am Anfang ist es vielleicht nicht schlecht, ein langes Stück von 15 bis 20 Zentimetern zu verwenden und es erst später auf die passende Länge zu kürzen. Das ist kein Problem.

Wenn du das Seil schneidest, pass bitte auf. Das Material ist wirklich sehr hart.

Rope-Ende auffächern

D-Loop 1.1: Ende auffächern

D-Loop: Ende auffächern

Zunächst wird das erste Ende des Loop-Rope vorbereitet. Ich fächere es in mit den Fingern in seine einzelnen Fasern auf.

Ende verschweißen

D-Loop 1.2: Ende verschweissen

D-Loop: Ende verschweißen

Nun nehme ich ein Feuerzeug und führe das aufgefächerte Ende in die Nähe der Flamme. Das Plastikseil soll nicht brennen, sondern nur schmelzen.
Die einzelnen Fasern verbinden sich nun zu einem kleinen Plastiktropfen.

Ende breit drücken

D-Loop 1.3: Ende breitdrücken

D-Loop: Ende breit drücken

Danach drücke ich mit dem noch weichen Plastiktropfen gegen die Metallseite des Feuerzeugs. Dadurch wird der Tropfen zu einem breiteren Teller geformt. Dieser Teller ist wichtig: er dient als Stopper und verhindert, dass sich die späteren Knoten aufziehen lassen.

Der obere Knoten

Nun geht es daran, das D-Loop an die Sehne zu knoten. Beginne damit, den oberen Knoten, also den zwischen dem Nockpunkt und dem Peep-Sight anzufertigen. Dieser Knoten läuft im Uhrzeigersinn von vorne links hinter der Sehne nach rechts entlang.

D-Loop 2.1: Oberer Knoten

D-Loop: Oberer Knoten

Zunächst lege ich die Schnur von Vorne über die Sehne und führe das Ende rechts von der Schnur wieder nach oben.

In dem Bild habe ich leider den Nockpunkt vergessen, dieser läge jetzt direkt rechts neben der Loop-Schnur.

D-Loop 2.2: Oberer Knoten

D-Loop: Oberer Knoten

Dann wird das Ende über die Loop-Schnur gelegt und taucht wieder hinter der Sehne nach unten.

D-Loop 2.3: Oberer Knoten

D-Loop: Oberer Knoten

Das vorbereitete Ende wird nun von unten wieder vor der Sehne hochgebracht und durch die so entstandene Schlaufe gesteckt.

D-Loop 2.4: Oberer Knoten

D-Loop: Oberer Knoten

Die Schlaufe wird nun vorsichtig zusammengezogen. Dabei ist darauf zu achten, dass der eingeschmolzene Stopper nicht durch die Schlaufe rutschen kann.

Das zweites Ende vorbereiten

Nun würde das zweite Ende vorbereitet werden. Das funktioniert genauso wie bei dem ersten Ende.

Wenn du dir noch nicht sicher bist, ob das Loop eventuell zu lang ist, kannst du diesen Schritt auch erst mal überspringen. Fertige dann zunächst den unteren Knoten an und schneide danach die Schnur in der gewünschten Länge plus ein Millimeter ab. Löse danach den unteren Knoten wieder auf und beginne wieder hier.

Ende auffächern

D-Loop 3.1: Ende auffächern

D-Loop: Ende auffächern

Das zweite Ende der Loopschnur wird nun auf die gleiche Weise vorbereitet, wie das erste. Ich fächere das Ende wieder in die einzelnen Fasern auf …

Ende verschweißen

D-Loop 3.2: Ende verschweißen

D-Loop: Ende verschweißen

… um es dann wieder mit dem Feuerzeug zu schmelzen und zu einem weiteren Stopper flachzudrücken.

ACHTUNG: Auf keinen Fall darf die Bogensehne in die Flamme gehalten werden – dadurch würde sie irreparabel beschädigt werden.

Der untere Knoten

Mit dem unteren Knoten meine ich hier den Knoten unterhalb des Nockpunkts. Dieser Knoten wird genau anders herum um die Sehne gelegt, also von rechts gegen den Urzeigersinn hinter der Sehne entlang.

D-Loop 4.1: Unterer Knoten

D-Loop: Unterer Knoten

Ich lege das Loop-Rope nun von hinter der Sehne entlang …

D-Loop 4.2: Unterer Knoten

D-Loop: Unterer Knoten

… und führe das Ende von unten – vor der Sehne – durch die Schlaufe wieder nach oben.

D-Loop 4.3: Unterer Knoten

D-Loop: Unterer Knoten

Dann lege ich das Ende über die Schlaufe hinweg nach rechts vor der Sehne entlang wieder nach unten …

D-Loop 4.4: Unterer Knoten

D-Loop: Unterer Knoten

… und danach wieder unter der Sehne hindurch nach hinten und durch die Schlaufe zurück nach oben.

D-Loop 4.5: Unterer Knoten

D-Loop: Unterer Knoten

Auch dieser Knoten kann nun vorsichtig festgezogen werden. Hier ist wieder besonders darauf zu achten, dass der Stopper nicht durch die Schlaufe rutscht.

Das Loop festziehen

Im letzten Arbeitsschritt wird das D-Loop nun festgezogen. Dadurch werden die Knoten fest um die Mittenwicklung geschlossen und die Stopper in den Schlaufen fixiert.

Dieser Schritt ist wichtig, denn nur so kann sichergestellt sein, dass das Loop nicht beim ersten Schuss oder während des ersten Trainings wieder aufgeht.

D-Loop 5.1: Loop Festziehen

D-Loop: Loop festziehen

Mit einem stabilen Werkzeug ziehe ich das Loop nun so fest wie möglich zu.
Das Werkzeug möglichst rund sein und keine scharfen Kanten haben. Sonst könnte das Loop-Material im Inneren brechen oder am Mantel angeritzt werden.

D-Loop 5.2: Loop Festziehen

D-Loop: Loop festziehen

Ich greife dazu mit der einen Hand um die Sehne und mit der anderen Hand um das Werkzeug und ziehe mit aller Kraft, aber vorsichtig – nicht ruckartig. Dabei sollten sich die Knoten fester zuziehen. Die Stopper dürfen aber nicht durch die Schlaufen rutschen.

(Auf dem Bild habe ich nur eine Hand frei gehabt. Mit der anderen Hand würde ich jetzt an dem Inbus-Schlüssel ziehen.)

D-Loop 6.1: fertiges Loop

D-Loop: fertiges Loop

Das fertige Loop.

D-Loop 6.2: fertiges Loop

D-Loop: fertiges Loop

Der Bogen sollte nun mit dem Release und IMMER mit einem aufgelegten Pfeil ein paar Mal ausgezogen und wieder abgesetzt werden.

Sei dabei besonders vorsichtig und achte darauf, wohin der Pfeil fliegen könnte. Es besteht immer noch die Gefahr, dass sich einer der Knoten lösen kann. Erst nach ein paar Schüssen kannst Du beurteilen, ob das Loop hält.

Zusätzliche Informationen

Die hiermit angefertigten Knoten sitzen sehr straff auf der Mittenwicklung und beißen sich sogar förmlich in ihr fest.
Die Knoten lassen sich normalerweise nicht mehr auf der Mittenwicklung auf oder ab verschieben.

Da die beiden Knoten gegenüber angeordnet sind ziehen sie sich immer wieder gegenseitig fest.

Sollte an deinem D-Loop einer der Knoten immer locker sein und der andere immer fest, dann überprüfe mal, ob die Knoten sich wirklich gegenüberstehen.

Sollten am Ende sogar beide Knoten immer locker sein, dann sind wahrscheinlich die Richtungen der beiden Knoten vertauscht. Es könnte aber auch sein, dass die verwendete Schnur ungeeignet ist.

Du kannst mit diesem D-Loop sogar die Rotation des Peep-Sights noch feinjustieren. Das Loop kann noch ein wenig nach links oder rechts gedreht werden um das Peep genau gerade vors Auge zu bekommen.

Prüfe vor jedem Schießen deine komplette Ausrüstung auf Beschädigung und Verschleiß. Ein beschädigtes Loop sollte möglichst schnell ausgewechselt werden.

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