Home » Informationen » Schießtechnik » FITA Feldbogen-Anleitung

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (327 Stimmen, Durchschnitt: 4,11 von 5)
Loading...
Lesezeit: ~ 17 Minuten

Vor vielen Jahren hat das FITA-Komitee einmal eine Anleitung für das Feldbogenschießen erstellt.
Ein Großteil der dort genannten Regeln ist zwar heute schon überholt oder abgeändert worden, jedoch sind die Anleitungen, Tipps und Hilfestellungen heute immer noch gültig.

Einleitung

Ein Feldbogenschütze

In einigen Ländern ist das Feldbogenschießen eine beliebte Bogensportdisziplin. Um es vor allem Anfängern und Einsteigern zu erleichtern und in Ländern bekannt zu machen in denen das Feldbogenschießen gänzlich unbekannt ist, werden wir in dieser Veröffentlichung einige der Geheimnisse des Feldbogenschießens erklären. Dies ist eine Neuauflage der „FITA field Archery Guidelines“, welche 1995 vom FITA Archery Committee produziert wurde und hauptsächlich auf Veröffentlichungen des Schwedischen Bogensportverbandes beruht.

Feldbogenschießen ist im Grunde genommen vergleichbar mit dem Scheibenschießen; sehr häufig wird ein guter Scheibenschütze auch ein guter Feldbogenschütze werden.

Dennoch gibt es ein paar Dinge die man im Hinterkopf behalten sollte – und von diesen handelt diese Anleitung.

Im Feldbogenschießen werden alle FITA-Bogenklassen anerkannt: Es wird unterschieden zwischen dem Compound, dem Recurve und dem Blankbogen. Es gibt sogar Schützen mit Langbögen oder anderen, traditionellen Bögen auf nationalen Turnieren.

Compoundbögen werden fast ausschließlich mit Release (=mechanische Lösehilfe) und Scope (=Zielvisier mit Vergrößerungsglas) geschossen und die Schützen verwenden die gleiche Ausrüstung auch zum Scheibenschießen.

Recurve (oder früher auch Freistiel genannt) wird mit einem Recurvebogen und Visier geschossen. Der Schütze löst mit den Fingern, genauso wie in der Scheibendisziplin.

Blankbogen – auf internationaler Ebene – wird mit einem Recurvebogen ohne Visier und Stabilisatoren geschossen. Es kommen unterschiedliche Zieltechniken zum Einsatz bei denen der Schütze die Spitze des Pfeils oder seine Pfeilauflage als Zielhilfe verwendet. Der Blankbogenschütze wird meistens mit „sting walk“ (= Sehnenabgriff) arbeiten um die Relation zwischen Auge und Pfeil für unterschiedliche Entfernungen abzubilden. Er kann dazu auch unterschiedliche Ankerpunkte anwenden – oder eine Kombination aus beidem. Ein tiefer Ankerpunkt würde für weite Entfernungen und ein hoher Ankerpunkt für kürzere Entfernungen verwendet werden.

Auf regionalen Turnieren werden oft auch Schützen angetroffen die instinktiv schießen, sie zielen also nicht im engeren Sinne, sondern schießen nach Instinkt – als wenn mein einen Stein wirft.

Scheiben- und Feldbogenschießen im Vergleich

Das Feldbogenschießen unterscheidet sich in mancher Hinsicht vom Scheibenschießen.

Die größten Unterschiede bestehen darin:
Der Scheibenschütze schießt ausschließlich auf bekannte Entfernungen, einige davon erheblich weiter als beim Feldbogenschießen.

FITA-Zielscheiben

Der Scheibenschütze schießt ausschließlich auf bekannte Entfernungen.

Der Feldbogenschütze schießt auf beides, bekannte und unbekannte Entfernungen zwischen 5 und 60 Metern, abhängig von seiner Bogenklasse.

Der Feldbogenschütze muss das Schießen auf vielen unterschiedlichen Entfernungen einüben und es erlernen, die Zielentfernungen einzuschätzen.

Der Feldbogenschütze muss die Zielentfernungen einschätzen können.

Der Feldbogenschütze muss die Zielentfernungen einschätzen können.

Das Scheibenschießen wird in der Ebene durchgeführt und die Schießhaltung ist fast immer die gleiche.

Der Scheibenschütze schießt in der Ebene.

Der Scheibenschütze schießt in der Ebene.

Auf- und Abwärtsschüsse beim Feldbogenschießen

Auf- und Abwärtsschüsse im Feld.

Für den Scheibenschützen ist der Pfeilflug immer der gleiche und wird nur durch die Windverhältnisse beeinflusst.

Der Pfeilflug ist beim Scheibenschießen immer gleich.

Der Pfeilflug ist beim Scheibenschießen immer gleich.

Beim Feldbogenschießen ändert sich der Pfeilflug abhängig vom Winkel des Schusses. Ein Feldbogenschütze muss Erfahrungen darüber sammeln, wie viel er bei einer Entfernung abhängig vom Einfluss der Schwerkraft zugeben oder abziehen muss.

Beim Feldbogenschießen ändert sich der Pfeilflug abhängig vom Winkel.

Beim Feldbogenschießen ändert sich der Pfeilflug abhängig vom Winkel.

Das Scheibenschießen findet immer nah zu den anderen Teilnehmern und den Zuschauer statt. Häufig erhöht dies die Anspannung für den Schützen.

Zuschauer und Teilnehmer an der Schießlinie

Zuschauer und Teilnehmer an der Schießlinie.

Normalerweise sind Feldbogenschützen nur in ihrer eigenen Gruppe und nicht in der Nähe von anderen Teilnehmern. Zuschauer sind eher selten und kommen fast nur auf größeren, internationalen Veranstaltungen vor.

Feldbogenschützen fühlen daher oft weniger Anspannung während des Wettbewerbs.

Feldbogenschützen in ihrer Schießgruppe

Feldbogenschützen in ihrer Schießgruppe

Beim Scheibenschießen sind die Licht- und Windverhältnisse normalerweise sehr stabil oder ändern sich nur langsam im Verlauf des Tages.

Wetterverhältnisse beim Scheibenschießen.

Wetterverhältnisse beim Scheibenschießen.

Beim Feldbogenschießen ändern sich die Licht- und Windverhältnisse von Scheibe zu Scheibe. Wegen des Geländes sind starke Winde jedoch eher selten.

Der Feldbogenschütze muss jedoch in sich verändernden, unterschiedlichen Licht- und Wildverhältnissen trainieren um die Einflüsse auf sein Zielen und Schießen zu erlernen.

Schnell wechselnde Wetterverhältnisse beim Feldschießen.

Schnell wechselnde Wetterverhältnisse beim Feldschießen.

Der Scheibenschütze hat seine ganze Ausrüstung immer in seiner Nähe im Material- und Aufenthaltsbereich.

Ausrüstung beim Scheibenschießen.

Ausrüstung beim Scheibenschießen.

Der Feldbogenschütze muss seine Kleidung und seine Ausrüstung sorgfältig auswählen und damit experimentieren um “auf Alles vorbereitet” zu sein.
Er muss bei sich tragen, was notwendig ist.

Ausrüstung beim Feldbogenschießen.

Ausrüstung beim Feldschießen.

Beim Scheibenschießen stehen alle Schützen auf einer einzigen Schießlinie und schießen in die gleiche Richtung auf eine einzige Reihe an Zielen.

Einheitliche Verhältnisse auf dem Schießplatz

Einheitliche Verhältnisse auf dem Schießplatz.

Beim Feldbogenschießen ist es ein Prinzip, das Gelände zu benutzen, wie es gegeben ist. Es muss sichergestellt sein, dass Schützen, nicht in die Schussrichtung nachfolgender Gruppen geraten können. Da alle Scheiben gleichzeitig beschossen werden muss der Kurs  sicher begehbar sein; sowohl von möglicherweise abgekommenen Pfeilen, als auch von schlechten Bodenverhältnissen.

Ein Feldkurs mit unterschiedlichen Zielen.

Ein Feldkurs mit unterschiedlichen Zielen.

Ein Hinweis an alle Kursbauer:
Ein Feldbogenturnier ist ein Bogenturnier, kein Marathon oder Kletterwettbewerb. Schwierige und gefährliche Wege sollen genauso verhindert werden wie lange Wegstrecken zwischen den einzelnen Zielen.

Berg- und Talschüsse

Empfehlungen für den richtigen Stand.

Die Grundhaltung ist die gleiche “T”-Haltung wie beim Scheibenschießen.

Die Grundhaltung

Die Grundhaltung

Bei leichten Bergauf-Schüssen mit ebener Fußposition: Bewege deine Hüfte etwas vorwärts, bevor du den Bogen ausziehst. (Mit Vorwärts ist in diesem Fall in Richtung der Scheibe gemeint.)

leichte Bergauf-Schüsse

leichte Bergauf-Schüsse

Bei leichten Bergab-Schüssen mit ebener Fußposition: Bewege deine Hüfte etwas rückwärts, bevor du den Bogen ausziehst. (Rückwärts meint in diesem Fall von der Scheibe weg.)

leichter Bergab-Schuss

leichte Bergab-Schüsse

Achte darauf, dass dein Oberkörper und deine Schultern immer in der gleichen “T”-Haltung bleiben.

Bei steileren Bergauf-Schüssen mit ebener Fußposition: Setze den Fuß auf der Scheibenseite etwas weiter nach Vorne und schiebe deine Hüfte stärker in Scheibenrichtung bevor du den Bogen ausziehst.

Steile Bergauf-Schüsse

steile Bergauf-Schüsse

Steile Bergab-Schüsse mit ebener Fußposition: Benutze einen offeneren Stand (dabei wird der Fuß auf der Scheibenseite weiter nach hinten gesetzt.), schiebe deine Hüfte von der Scheibe weg und streck deinen Oberkörper vor dem Auszug. Je steiler der Schuss umso weiter musst du deine Fußposition öffnen.

Steile Bergab-Schüsse

steile Bergab-Schüsse

Bergauf-Schüsse auf ansteigendem Gelände: Setze deine Füße weiter auseinander und strecke deine Hüfte in Scheibenrichtung.

unebene Bergauf-Schüsse

unebene Bergauf-Schüsse

Bergab-Schüsse auf abfallendem Gelände: Setze deine Füße weiter auseinander und strecke deine Hüfte vom Ziel weg.

unebene Bergab-Schüsse

unebene Bergab-Schüsse

Sehr steile Bergab-Schüsse auf stark abfallendem Gelände: Manchmal wird deine Schußposition stabiler, wenn du dich auf dein hinteres Knie kniest.

Extreme Bergab-Schüsse

extreme Bergab-Schüsse

Sehr steile Bergauf-Schüsse auf stark ansteigendem Gelände: Manchmal wird deine Schußposition stabiler, wenn du dich auf dein vorderes Knie kniest.

extreme Bergauf-Schüsse

extreme Bergauf-Schüsse

Beispiele häufiger Haltungsfehler: a) gebeugte Knie verschlechtern den festen Stand, b) die Hüfte ist nicht ausreichend vorgestreckt – dadurch verschlechtert sich die Position der Schultern und des Bogenarms, der Auszug verkürzt sich und möglicherweise führt es ebenso zu einem schlechten Lösen.

Haltungsfehler bei Berg-Schüssen

Haltungsfehler bei Berg-Schüssen

Schüsse am Hang

Empfehlungen für den richtigen Stand.

Bei Schüssen auf ein Ziel am Hang ist die Tendenz hoch, dass die Pfeile das Ziel eher talseitig treffen.

talseitige Trefferlage bei Hangschüssen

talseitige Trefferlage bei Hangschüssen

Eine mögliche Ursache für diese seitliche Gruppierung ist, dass der Schütze sich talwärts lehnt oder den Bogen an der schrägen Zielauflage ausrichtet oder beides.

gebeugte Ausrichtung am Hang

gebeugte Ausrichtung am Hang

Wenn das Gelände am Abschuss-Pflock abfällig ist, tendieren viele Schützen dazu, sich talwärts vorzuneigen.

Vorbeugen zum Hang

Vorbeugen zum Hang

Schützen, die ihren Stand und ihr Visier nicht verändern, sollten für den nächsten Pfeil etwas weiter hangaufwärts zielen oder den Bogen weiter in Richtung hangaufwärts neigen.

Vorhalten bei Hangschüssen

Vorhalten bei Hangschüssen

Wegen der Körperneigung schlagen Pfeile oft talwärts ein wenn über einen Hang geschossen wird.

Korrekturen und richtige Haltung bei Hangschüssen

Korrekturen und richtige Haltung bei Hangschüssen

Eine aufrechte Körperhaltung reduziert den „Talwärts-Effekt“:

  1. Versuche eine ebene Abschussposition zu finden. Du hast das Recht dich in einem gewissen Rahmen neben und hinter dem Abschuss-Pflock zu bewegen, solange du keinen anderen Teilnehmer behinderst.
  2. Bereite den Schuss vor, indem du das obere Ende deines Bogens bergauf drehst. Im Auszug überprüfst du dann deine gerade Ausrichtung an einem Baum oder einer gedachten, senkrechten Linie durch das Ziel.
    Als Compoundbogen-Schütze solltest du natürlich immer deine Wasserwaage beachten.
  3. Stell dich von Anfang an aufrecht hin und pass auf, dass du dich zu keiner Zeit hangabwärts lehnst.
  4. Wenn du dich nicht in einer aufrechten Position hinstellen kannst und dein Bogen gedreht ist, dann ziele etwas in die entgegengesetzte Richtung der Drehung. Je größer die Entfernung ist, umso weiter musst du vorhalten.

Das Einschätzen von Entfernungen

Wenn du eine FITA-Feldrunde mit unbekannten Entfernungen schießt, musst du den Abstand zu den Zielscheiben einschätzen können, die du noch nie zuvor gesehen hast. Für die meisten Feldbogenschützen ist gerade das die Herausforderung. Wenn du ein solches Turnier gewinnen möchtest, musst du die Entfernungen wirklich gut einschätzen können, denn du wirst sicher ein paar echten Experten auf diesem Gebiet begegnen.
Du brauchst aber nicht zu verzweifeln, jeder Schütze musste damit mal anfangen und so schwer ist es auch wieder nicht. Die meisten sind nach ein paar Versuchen schon ziemlich nah dran. Und erinnere dich daran, auch die besten Experten verschätzen sich hin und wieder mal – also gib nicht auf!

Es kommt häufig vor, dass “Scheibenschützen” andere Schützen davor warnen mit dem Feldbogenschießen anzufangen. Sie sagen dann etwas wie: “Du wirst dir alle Pfeile zerschießen, weil du die Scheiben verfehlst” oder “Du wirst dir in dem rutschigen Gelände dann noch die Knochen brechen oder deinen Bogen kaputt machen…”
Die Zielscheibe hat schon jeder Mal verfehlt und das passiert auch erfahrenen Schützen hin und wieder mal. Gegen ein rutschiges Gelände kann natürlich niemand etwas tun, aber viele Kursbauer achten schon darauf, dass das Gelände hinter den schwierigeren Scheiben nicht allzu schlecht ist und vermeiden Geländeabschnitte, die bei schlechtem Wetter gefährlich werden können. Sie sollten auch allzu lange Wegstrecken vermeiden, bloß um einen speziellen Platz für ein Ziel zu finden.
Nach unserer Meinung sollte ein Feldbogenkurs nicht schwieriger sein als ein Wandertag in den Feldern und Wäldern in deiner Nachbarschaft – und wegen fehlender Pfeile, so dramatisch ist das auch nicht.

Es gibt eine Vielzahl von Techniken und Methoden um die Entfernungen richtig einzuschätzen aber du benötigst Übung, Übung und Übung um richtig gut zu werden.
Das beste Training besteht darin, einfach einen Spaziergang in der Natur zu machen und dabei die Entfernung zu einem Stein oder einem Baum zu schätzen und dann die Entfernung abzuschreiten oder nachzumessen.
Die Teilnahme an vielen Feldbogenturnieren wird dir sicher auch sehr viel weiterhelfen.
Manche Schützen versuchen es auf die einfache Weise, indem sie ein Teil am Bogen oder an ihrer Ausrüstung verwenden und es mit der Zielscheibe vergleichen. Das funktioniert zwar, aber nur wenn du die Größe der Zielscheibe genau kennst. Es gibt Top-Schützen, die der Meinung sind, dass das niemals genau genug sein kann; es gibt andere Top-Schützen die behaupten, sie könnten gar nicht anders vorgehen.
Die Methode besteht normalerweise darin, dass du die Größe deines Visiers, deines Buttons, deiner Pfeilauflage oder deines Pfeils mit der Zielscheibe, oder dem Dämpfer oder einer anderen bekannten Größe am Ziel vergleichst. Durch die Erfahrung wirst du dann wissen, wie viel vom Ziel dadurch in unterschiedlichen Entfernungen verdeckt oder sichtbar wird.

Für welche Methode auch immer du dich entscheidest, du musst es immer wieder üben – und nur um sicher zu gehen: Wir empfehlen ein bisschen von allem zu verwenden.

Aber beachte bitte: Die Regeln sagen ganz eindeutig, dass es nicht erlaubt ist, Entfernungsmesser zu verwenden oder irgendeinen Gegenstand dazu zu verwenden, der nicht zur normalen Ausrüstung gehört. Es ist auch nicht erlaubt, einen Teil deiner Ausrüstung speziell zum Entfernungsmessen umzubauen.

Erkennen der Zielauflage

Erkennen der Zielauflage in Abhängigkeit von der Körpergröße

Die Größe der Zielauflage kann in Abhängigkeit von der Körpergröße eingeschätzt werden, wenn sich eine Person in der Nähe der Auflage befindet. Sieh dir dazu das Bild an.

Zielauflage in Abhängigkeit zur Körpergröße

Zielauflage in Abhängigkeit zur Körpergröße

Erkennen der Zielauflage anhand des Dämpfers

Nur die beiden größten Auflagen (60 und 80 cm) können in einem Kurs Probleme bereiten, da diese immer nur einzeln vorkommen. Viele Veranstalter verwenden jedoch durch den ganzen Kurs Pfeildämpfer identischer Größe.
Du kannst nun abhängig vom Abstand um die Auflage herum erkennen ob es sich um eine 60 cm oder eine 80 cm Auflage handelt.

Aber pass auf: Manche Veranstalter verwenden Dämpfer mit unterschiedlichen Größen.

Zielauflage in Abhängigkeit zur Dämpfergröße

Zielauflage in Abhängigkeit zur Dämpfergröße

Erkennen der Zielauflage in Abhängigkeit von der Scheibentafel

Da die Tafeln auf denen die Scheibennummern notiert sind per Regel durch den ganzen Kurs die gleiche Größe haben müssen, kannst du mit ihnen auch erkennen, ob es sich um eine 60 cm oder eine 80 cm Auflage handelt. Im folgenden Beispiel ist die 60 cm Auflage dreimal so breit wie die Tafel und die 80 cm Auflage ist viermal so breit.

Zielauflage in Abhängigkeit zur Scheibentafel

Zielauflage in Abhängigkeit zur Scheibentafel

Es ist inzwischen nicht mehr vorgeschrieben, dass die Tafel an der Zielscheibe befestigt ist. Inzwischen muss nur noch der Abschuss-Pflock gekennzeichnet sein.

Methoden zum Einschätzen der Entfernung

Schätzen nach Gefühl

Schätzen nach Gefühl meint, dass du lernst wie groß das Ziel dir in Abhängigkeit von der Entfernung vorkommt – wie groß es sich „anfühlt“. Um das umsetzen zu können benötigst du eine Menge Übung. Aber hier erhältst du ein paar Anhaltspunkte:

Schätzen nach Gefühl

Schätzen nach Gefühl

  • Such dir die unterschiedlichen Auflagengrößen in unterschiedlichen Entfernungen heraus.
    Beginne dabei mit der größten Entfernung. Schieß auf das Ziel, während du mit den unterschiedlichen Größen vertraut wirst.
  • Such dir die Ziele im Feld heraus, schätze die Entfernung nach deinem Gefühl ein, schieß darauf und dann schreite die Entfernung ab oder miss sie nach.
  • Erinnere dich immer an die maximal zulässige Entfernung für eine bestimmte Feldauflage. (Wenn du Probleme mit den dunklen Feldauflagen hast, versuche es nur mit dem Gold anstelle der ganzen Auflage.)

Manche Schützen schätzen die Entfernung prinzipiell immer zu kurz ein!

Die “Pfosten-Methode”

Im folgenden Beispiel weiß der Compound-Schütze, dass der blaue Pflock maximal 45 Meter vom Ziel entfernt stehen darf (das ist so reglementiert). Er vermutet, dass der rote Pflock 5 Meter hinter dem blauen Pflock steht. Dadurch kann er sicher sein, dass er nicht weiter als 50 Meter vom Ziel entfernt stehen kann.

Pflock-Methode

Pfosten-Methode

Da die maximal zulässige Entfernung für diesen Schützen 55 Meter ist kann er auch sein Visier auf 52,5 Meter einstellen und ziemlich sicher sein, dass er das Ziel trifft (wenn er sauber schießt!!!) und danach entsprechend korrigieren.

Die “10-Meter-Technik”

Erlerne, wie lang 10 Meter in unterschiedlichen Geländen sind. Finde einen Punkt, der 10 Meter von dir entfernt ist und such dann von dort den nächsten Punkt, der 10 Meter entfernt ist und so weiter, bis du nah an der Zielscheibe bist. Zähl dann die restliche Entfernung dazu oder ziehe sie ab.
Beachte: wenn du dich beim ersten Mal um 1 Meter vertust, summiert du diesen Fehler jedes Mal, wenn du die nächsten 10 Meter suchst.

10-Meter-Technik

10-Meter-Technik

Die “Mittelpunkt-Methode”

Versuche einen Punkt in der Mitte zwischen dir und dem Ziel zu finden und schätze die Entfernung bis zu diesem Punkt. Dann verdopple die geschätzte Entfernung.
Beachte: wenn du die Entfernung falsch einschätzt, dann verdoppelst du auch den Fehler.

Mittelpunkt-Methode

Mittelpunkt-Methode

Die “Eulen-Methode”

Die “Eulen-Methode” ist immer dann sinnvoll, wenn du das Gelände vor der Scheibe nicht einsehen kannst und die 10-Meter-Technik oder die Mittelpunkt-Methode verwendest.

  • Schätze zunächst die Entfernung zu einem Objekt zwischen dir und dem Ziel ein; den Busch eines Zweiges oder eines umgefallenen Baums, oder etwas ähnliches.
  • Merk dir, in welcher Linie dieses Objekt zwischen dir und dem Ziel oder einem Teil vom Ziel steht.
  • Beweg deinen Kopf seitlich und beobachte dabei, wie sich das Ziel relativ zum deinem Objekt bewegt: Wenn es sich nur ein wenig bewegt, ist das Ziel sehr nah an dem Objekt; bewegt es sich ähnlich zu deinen Kopfbewegungen, dann steht das Objekt auf halber Stecke; und wenn es sich mehr bewegt, dann ist es entsprechend weiter weg.
Eulen-Methode

Eulen-Methode

Die “Horch-Methode”

Wenn du mit einem anderen Schützen zur gleichen Zeit am Pflock bist und nach dem ersten Schützen schießt oder während du deinen ersten Pfeil schießt, horch auf die Zeit, die der Pfeil vom Moment des Lösens bis zum Einschlag in der Scheibe braucht.
Diese Methode benötigt sehr viel Übung, kann aber sehr genau sein. Es ist natürlich klar, dass die Zeit, die der Pfeil benötigt von der Pfundzahl, dem Auszug und dem Pfeilgewicht abhängt.

Vergiss aber nicht, dass du nur 4 Minuten Zeit hast und das Turnier nicht verzögern oder behindern solltest.

Die “Additions-Methode”

Wenn du in einem (homogenen) Wald oder entlang eines Zauns oder ähnlichem schießt, kannst du die Entfernung zum Ziel einfach aufaddieren.

Additions-Methode

Additions-Methode

Der Gebrauch von “Zwischenstationen”

Der Schütze schätzt die Entfernung vom Ziel zu einem Baum, in unserem Beispiel 15 Meter.
Dann schätzt er die Entfernung zwischen dem Baum und sich selbst, im Beispiel 20 Meter.
Daher ist dann die gesamte Entfernung 35 Meter.

Zwischenstations-Methode

Zwischenstations-Methode

Verhindern von Fehleinschätzungen

Wenn du dich auf einem hellen Platz befindest und auf ein Ziel schießt, das sich in einer dunklen Umgebung befindet, wirst du normalerweise die Entfernung weiter einschätzen, als sie tatsächlich ist.

Fehleinschätzung: Hell nach Dunkel - zu lang

Fehleinschätzung: Hell nach Dunkel – zu lang

Wenn du an einem dunklen Platz stehst und auf ein Ziel schießt, das sich in einer hellen Umgebung befindet, wirst du normalerweise die Entfernung kürzer einschätzen, als sie tatsächlich ist.

Fehleinschätzung: Dunkel nach Hell - zu kurz

Fehleinschätzung: Dunkel nach Hell – zu kurz

Bei Schüssen auf offenen Feldern oder über offenes Gewässer kann eine Täuschung in beide Richtungen stattfinden, aber in den meisten Fällen wirst du die Entfernung zu kurz einschätzen.

Fehleinschätzung: Offenes Gelände - zu kurz

Fehleinschätzung: Offenes Gelände – zu kurz

Wenn sich das Ziel in einem Tunnel oder Korridor befindet, wird dir die Entfernung normalerweise weiter vorkommen, als sie tatsächlich ist.

Fehleinschätzung: Korridor - zu lang

Fehleinschätzung: Korridor – zu lang

Wenn du über ein Tal oder eine Senke schießt, wirst du die Entfernung länger einschätzen als sie tatsächlich ist.

Fehleinschätzung: Tal - zu lang

Fehleinschätzung: Tal – zu lang

Wenn du auf ein Ziel schießt, auf dem du zwischen dir und dem Ziel nirgendwo den Untergrund erkennen kannst, wirst du die Entfernung vermutlich zu lang einschätzen.

Fehleinschätzung: Untergrund nicht einsehbar - zu lang

Fehleinschätzung: Untergrund nicht einsehbar – zu lang

Ein Abwärts-Ziel wird normalerweise zu lang eingeschätzt; zusätzlich musst du noch ein paar Meter mehr von deiner Zieleistellung abziehen.
Versuche die horizontale Entfernung einzuschätzen, das ergibt meistens die richtige Zieleinstellung.

Fehleinschätzung: abwärts - zu lang

Fehleinschätzung: abwärts – zu lang

Ein Aufwärts-Ziel wird normalerweise zu kurz eingeschätzt; eventuell musst du noch ein paar Meter mehr zu deiner Zieleinstellung hinzufügen.
Bei Bergauf- und Bergabschüssen wirkt die Schwerkraft anders auf den Pfeilflug und darum muss die Visiereinstellung entsprechend angepasst werden.

Fehleinschätzung: aufwärts - zu kurz

Fehleinschätzung: aufwärts – zu kurz

Du solltest auch den Winkel mit in Betracht ziehen, indem du das Ziel sehen kannst. Das folgende Beispiel zeigt, dass das obere Ziel in voller Größe gesehen werden kann, während das untere Ziel gestaucht aussieht. Allerdings begrenzen die FITA-Regeln die zulässigen Winkel in denen ein Ziel aufgestellt werden darf.

Fehleinschätzung: veränderter Winkel

Fehleinschätzung: veränderter Winkel

In der Praxis setzen erfahrene Feldbogenschützen immer eine Kombination aller hier genannten Möglichkeiten ein.

Entfernungsmessung

Entfernungsmessung: Abbildung des Korntunnels auf der Zielscheibe

Entfernungsmessung: Abbildung des Korntunnels auf der Zielscheibe

Dieser Bereich wird noch überarbeitet. Bitte noch ein wenig Geduld.

Zusammenfassung

Dieser Bereich wird noch überarbeitet. Bitte noch ein wenig Geduld.

Zielen bei Bergschüssen

Dieser Bereich wird noch überarbeitet. Bitte noch ein wenig Geduld.

Zielen bei Talschüssen

Bei einer leichten Steigung gib ein oder zwei Meter zu der tatsächlichen Entfernung dazu (abhängig von der Entfernung).

leichter Bergauf-Schuss

leichter Bergauf-Schuss

Bei stärkeren Steigungen zieh ein oder zwei Meter von der tatsächlichen Entfernung ab (abhängig von der Entfernung).

steiler Schuss

steiler Schuss

Wenn du mehr oder weniger senkrecht nach oben  schießen musst, musst du es sehen, um es zu glauben, aber versuche es mal mit der 15-Meter-Einstellung.

Der zweite Schuss muss passen

Wenn dein erster Pfeil sauber geschossen war, aber nicht die Mitte des Ziels getroffen hat, solltest du den Einschlagpunkt verwenden, um deinen Zielfehler zu korrigieren.

Korrigiere deine Zieleinstellung abhängig vom Einschlagpunkt des ersten Pfeils.

Korrigiere deine Zieleinstellung abhängig vom Einschlagpunkt des ersten Pfeils.

Das Bild zeigt einen Schützen, der das Verhältnis zwischen gezielter und tatsächlicher Entfernung analysiert.
Kennst du das Verhältnis, kannst du nach dem ersten Schuss deine Zielentfernung korrigieren.

In der ersten Ansicht des Beispiels weiß der Schütze, dass er mit einem Schätzfehler von 5 Metern noch immer den unteren Rand der Zielscheibe treffen kann.
In der zweiten Ansicht weiß er, dass er mit einer 3 Meter zu kurz gewählten Zieleinstellung den 2er-Ring auf 6 Uhr treffen wird.
Wenn er sich, wie in der dritten Ansicht, um einen Meter verschätzt, wird er noch eine 3er oder 4er auf 6 Uhr treffen.

Du wirst feststellen, dass wenn du die Entfernung zu weit einschätzt, dass du näher an der Mitte triffst, als wenn Du die Entfernung entsprechend zu kurz einschätzt.
Damit ist gemeint, wenn du im ersten Beispiel die Entfernung um 5 Meter zu kurz einschätzt, triffst du vermutlich tief in der 1. Hättest du die Entfernung jedoch 5 Meter zu weit eingeschätzt, hättest du vermutlich einen 2er oder 3er Ring hoch getroffen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*